Ein 4-Stunden-Workshop beim PMI Berlin/Brandenburg Chapter? Ja richtig, wir haben ein neues Veranstaltungsformat erfolgreich erprobt. Sechs Teilnehmer, alles fachlich vorbelastete Profis, haben ihre Erwartungen formuliert und der Referent Herr Joachim Reinke hat daraus dynamisch die Inhalte des Workshops gestaltet. Herr Reinke hat ohne viele Folien, dafür umso mehr mit Vortrag und Interaktion, die Themen auf die Interessen der Teilnehmer zugeschnitten. Heraus kam ein kurzweiliger, dynamischer Workshop, der fast ohne Pausen auskam, einfach weil es so spannend war. Ein Teilnehmer berichtet.

PMI BB Workshop 2019 06 Berlin QA

Es wurde schnell klar, dass Scrum als einer der prominentesten Methodenvertreter zwar die Prozessagilität unterstützt, aber allein kein Garant dafür ist, wirklich agil an Lösungen zu arbeiten. Wichtiger ist es, in der Organisation eine agile Mentalität („agile mindset“) zu entwickeln, deren Prinzipien zwar im Agilen Manifest niedergeschrieben worden sind, für die es aber sehr unterschiedliche Interpretationen gibt. Das Paradigma des agilen Ansatzes, sich von der vermeintlich sicheren, durchgeplanten Methodik des Wasserfallmodells zu lösen und stattdessen möglichst schnell etwas Funktionierendes zu bauen und darauf mit iterativen Schritten aufzubauen, erfordert Überzeugungskraft der Protagonisten und Mut bei den Entscheidern. Ganz im Geist der Agilität haben wir auf Fragen aus dem Teilnehmerkreis hin einen ungeplanten Ausflug in die Verhandlungsmethoden gemacht. Herr Reinke stellte das Harvard Negotiation Project vor, einer bewährten Verhandlungsmethodik, die helfen kann, Entscheider, Kunden und andere Stakeholder zu überzeugen und nicht zu überreden.

Die planerische Sicherheit des Wasserfallmodells stößt umso mehr an ihre Grenzen, wie Erfahrungswerte zur Lösung der Aufgaben fehlen. Herr Reinke hat das an der Problematik der Aufwandschätzung deutlich gemacht. Unsicherheiten ersten Grades entstehen, wenn man grundsätzlich weiß, wie der Lösungsweg aussieht, der Aufwand jedoch schwer abzuschätzen ist. Unsicherheiten zweiten Grades entstehen, wenn man nicht einmal weiß, wie der Lösungsweg aussehen könnte. Dann sind seriöse Schätzungen unmöglich. In so einer Situation wird zweckmäßigerweise ein Evaluierungsprojekt mit festem Budget aufgesetzt, um die Wissenslücken zu füllen. Das gewonnene Wissen kann wiederum dazu führen, dass das weitere Vorgehen und auch die Projektziele sich ändern.

Zusammengefasst kann man sagen, dass das Wasserfallmodell seine Stärken ausspielt, wenn der Lösungsweg vorgezeichnet ist. Das Agile Modell ist wiederum stark, wenn das nicht der Fall ist und mehr probiert werden muss.

Der intensive Workshop fand in der entspannten Atmosphäre des JuggleHub, einem Co-Working Space mit Veranstaltungsräumen in Prenzlauer Berg, statt. Aus meinen Erläuterungen ist ersichtlich, dass der Workshop tief in die praktischen Themen eindrang. Das positive Feedback der Teilnehmer ermutigt uns, weitere Veranstaltungen in diesem Format anzubieten. Für die Teilnahme können 4 PDU angerechnet werden.

 

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